Wissenshub
Glossar für Kredit und Baufinanzierung
Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.
Ablösebescheinigung erklärt
Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar
✤Eine Ablösebescheinigung ist ein bei der Bank zu beantragendes Dokument. Es wird
insbesondere vor geplanten Kreditablösungen, respektive Umschuldungen benötigt.
✤Die Ablösebescheinigung enthält alle allgemeinen und aktuellen Informationen über den
laufenden Kredit. Insbesondere die noch verbleibende Restschuld und eine eventuell zu
begleichende Vorfälligkeitsentschädigung.
✤Aufgrund dieser Daten hilft die Ablösebescheinigung dabei, Zinsen und andere Kosten des
laufenden Kredits mit denen eines neuen Kredits zu vergleichen.
Definition:
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine frühzeitige Rückzahlung oder die Ablösung
bestehender Kredite durch ein neues Darlehen in Betracht gezogen wird. Ob dieser Schritt
finanziell vorteilhaft ist, hängt von vielen rechnerischen Aspekten ab. Eine von der Bank
ausgestellte Ablösebescheinigung schafft Transparenz, da sie sämtliche wesentlichen Angaben
zum bestehenden Kredit bündelt.
Wozu dient eine Ablösebescheinigung?
Ein solches Dokument wird insbesondere in zwei Situationen benötigt, die beide mit der
vorzeitigen Rückzahlung bestehender Kredite zusammenhängen:
Frühzeitige Rückzahlung
Der Kreditnehmer begleicht ein
laufendes oder mehrere laufende Darlehen mit eigenen finanziellen Mitteln. Sobald alle
Verbindlichkeiten getilgt sind, besteht keine Kreditlast mehr. Dafür ist jedoch genau zu
wissen, welcher Betrag für die vollständige Ablösung erforderlich ist.
Umschuldung
Hier wird ein neues Darlehen aufgenommen, um bestehende Kredite abzulösen. Der Hauptgrund
liegt in günstigeren Konditionen – etwa niedrigeren Zinsen oder der Möglichkeit, anstelle
mehrerer Teilraten nur noch eine monatliche Rate zu zahlen.
In beiden beschriebenen Situationen müssen Kreditnehmer anhand aktueller und
verlässlicher Angaben mehrere Punkte klären:
- Wie hoch ist die noch offene Restschuld?
- Über welchen Zeitraum läuft das Darlehen noch?
- Fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an und in welcher Größenordnung?
Genau diese Informationen sind in der Ablösebescheinigung enthalten. Sie zeigt übersichtlich den Stand der Finanzierung zum Zeitpunkt der Ausstellung – von der verbleibenden Schuld über die Restlaufzeit bis hin zu möglichen Zusatzkosten. Damit liefert das Dokument die Grundlage, um zu beurteilen, ob eine frühzeitige Rückzahlung sinnvoll ist, welche finanziellen Belastungen entstehen und welchen Umfang ein neues Ablösedarlehen haben müsste.
Wo erhält man eine Ablösebescheinigung?
Das Dokument wird direkt bei der Bank angefordert, bei der der bestehende Kreditvertrag geführt wird. Da die Angaben stets nur den momentanen Stand widerspiegeln, sollte der Antrag möglichst zeitnah vor der geplanten Ablösung gestellt werden – idealerweise innerhalb derselben Ratenperiode.
Für die Beantragung reicht in der Regel ein kurzes Schreiben mit folgenden Angaben:
- vollständige Kontaktdaten des Kreditnehmers inklusive Telefonnummer
- Kreditnummer aus dem bestehenden Darlehensvertrag
- ausdrückliche Bitte um Ausstellung einer Ablösebescheinigung
- gewünschter Zeitpunkt und Form der Zustellung (z. B. Postversand oder E-Mail)
Der Antrag kann per Brief, E-Mail oder auch per Fax eingereicht werden. Manche Banken erheben für die Erstellung eine kleine Gebühr im niedrigen einstelligen Eurobereich.
Wichtig für Kunden:
Eine Ablösebescheinigung wird nur dann benötigt, wenn es sich um ein gewöhnliches Darlehen handelt. Bei einem überzogenen Girokonto mit Dispokredit ist kein separates Dokument notwendig. In diesem Fall genügt es, den offenen Betrag zu begleichen, indem man die entsprechende Summe auf das Konto einzahlt.