Glossar für Kredit und Baufinanzierung
Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt — von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung.
Begriffe rund um Baufinanzierung, Anschlussfinanzierung, Privatkredit und Umschuldung sind oft sperrig. Wir übersetzen sie in eine Sprache, die im Alltag funktioniert — ohne juristische Schachtelsätze, aber mit dem nötigen Kontext, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.
Wählen Sie über die Buchstabenleiste den passenden Anfangsbuchstaben oder klicken Sie direkt auf einen Begriff in der Liste. Jeder Eintrag enthält eine kompakte Definition, eine Einordnung in den Finanzierungsalltag und Querverweise auf verwandte Themen — etwa zu Effektivzins, Bonität oder Tilgungssatz.
Eigenkapital
✤Eigenkapital ist das Vermögen, das nach Abzug aller Schulden übrig bleibt.
✤Es bildet die finanzielle Grundlage für größere Investitionen und stärkt die Bonität eines
Kreditnehmers.
Definition:
Unter Eigenkapital versteht man das Vermögen, das einer Person, einem Haushalt oder einem
Unternehmen tatsächlich gehört – also den Teil des Vermögens, der nicht durch Schulden
finanziert ist. Es ist der Gegenpol zum Fremdkapital und zeigt, in welchem Umfang jemand
unabhängig von Kreditgebern investieren kann.
Bedeutung bei der Baufinanzierung:
In der Immobilienfinanzierung beschreibt Eigenkapital das Geld, das Käufer oder Bauherren
selbst in das Projekt einbringen. Dazu zählen:
- Ersparnisse auf Giro- oder Sparkonten
- Guthaben aus Bausparverträgen
- Wertpapiere und Fondsanteile
- Bereits vorhandenes Immobilienvermögen
- Eigenleistungen, also handwerkliche Arbeiten, die den finanziellen Aufwand verringern
Warum ist Eigenkapital so wichtig?
Je höher der Eigenkapitalanteil, desto geringer ist der benötigte Kreditbetrag. Banken sehen einen hohen Eigenkapitalanteil als Zeichen finanzieller Stabilität und bieten oft günstigere Zinssätze. Üblicherweise empfehlen Finanzexperten, mindestens 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten als Eigenkapital einzubringen.
Vorteile eines hohen Eigenkapitalanteils:
- bessere Kreditkonditionen und niedrigere Zinsen
- geringeres Risiko einer Überschuldung
- höhere Chancen auf Kreditzusage
- kürzere Laufzeit und schnellere Schuldenfreiheit
Besonderheit:
Auch „Muskelhypothek“ – also die Eigenleistung am Bau – zählt zum Eigenkapital, sofern sie fachgerecht bewertet und nachgewiesen wird. Damit lässt sich die Eigenkapitalquote erhöhen, ohne zusätzliches Geld investieren zu müssen.
Rechenbeispiel:
Bei einem Kaufpreis von 400.000 € plus ca. 48.000 € Kaufnebenkosten sollten idealerweise rund 80.000 € (20 % des Kaufpreises) Eigenkapital plus die Nebenkosten aus eigener Tasche kommen. Wer mehr einbringt, senkt den Beleihungsauslauf – und damit oft den Zinssatz spürbar.
Wichtig für Kunden:
Eigenkapital stärkt nicht nur die Verhandlungsposition gegenüber Banken, sondern auch die finanzielle Sicherheit langfristig. Wer seine Eigenmittel sorgfältig plant und dokumentiert, legt die Grundlage für eine solide und nachhaltige Baufinanzierung.
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