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Glossar für Kredit und Baufinanzierung

Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt — von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung.

Begriffe rund um Baufinanzierung, Anschlussfinanzierung, Privatkredit und Umschuldung sind oft sperrig. Wir übersetzen sie in eine Sprache, die im Alltag funktioniert — ohne juristische Schachtelsätze, aber mit dem nötigen Kontext, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Wählen Sie über die Buchstabenleiste den passenden Anfangsbuchstaben oder klicken Sie direkt auf einen Begriff in der Liste. Jeder Eintrag enthält eine kompakte Definition, eine Einordnung in den Finanzierungsalltag und Querverweise auf verwandte Themen — etwa zu Effektivzins, Bonität oder Tilgungssatz.

EURIBOR

Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar

✤Der EURIBOR zeigt den durchschnittlichen Zinssatz, zu dem sich Banken im Euroraum gegenseitig Geld leihen.
✤Er ist Grundlage für viele variable Bau- und Immobilienkredite.
✤Änderungen des EURIBOR wirken sich direkt auf Kreditraten und Finanzierungskosten aus.

Definition:
Der Euro Interbank Offered Rate (EURIBOR) ist ein Referenzzinssatz, der täglich vom European Money Markets Institute (EMMI) veröffentlicht wird. Er spiegelt die Konditionen wider, zu denen ausgewählte europäische Banken unbesicherte Kredite an andere Institute vergeben. Seit 1999 ersetzt der EURIBOR nationale Interbankensätze wie den FIBOR (Deutschland) oder PIBOR (Frankreich) und dient als zentrale Benchmark im Euroraum.

Methodik und Berechnung
Seit 2019 basiert der EURIBOR auf einer hybriden Methodik, die reale Transaktionen mit modellbasierten Schätzungen kombiniert. Diese Anpassung erfolgte im Rahmen der EU-Benchmark-Verordnung, um Manipulationen vorzubeugen und die Transparenz zu erhöhen. Die Berechnung wird von der Europäischen Bankenaufsicht (ESMA) überwacht.

Laufzeiten und Anwendung
Der EURIBOR wird für Laufzeiten von einer Woche bis zu zwölf Monaten festgelegt. Besonders relevant ist der 3-Monats-EURIBOR, da er häufig die Basis für variable Darlehen bildet. Banken addieren hierzu eine Marge, um den individuellen Kreditzins zu bestimmen.

Einfluss auf Kredite und Geldpolitik
Steigt der EURIBOR, erhöhen sich automatisch die Zinsen für variable Kredite – sinkt er, werden die Raten günstiger. Die Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB): Zinserhöhungen der EZB führen in der Regel zu einem Anstieg des EURIBOR.

Wichtig für Kunden:
Kreditnehmer mit variablen Darlehen sollten die EURIBOR-Entwicklung regelmäßig beobachten. Bei steigendem Zinsniveau können Cap-Darlehen oder spätere Umstellungen auf Festzinsmodelle helfen, finanzielle Risiken zu begrenzen.

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