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Wissenshub

Glossar für Kredit und Baufinanzierung

Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.

Festzins erklärt

Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar

✤Ein Festzins ist ein vertraglich vereinbarter Zinssatz, der über eine bestimmte Laufzeit (Sollzinsbindung) unverändert bleibt.
✤Er bietet Kreditnehmern maximale Planungssicherheit, da die monatlichen Raten keinen Marktschwankungen unterliegen.
✤Besonders bei der Baufinanzierung ist der Festzins die bevorzugte Wahl, um sich langfristig vor steigenden Zinsen zu schützen.

Definition:
Der Festzins (oft auch gebundener Sollzins genannt) ist ein Zinssatz für Darlehen, der bei Vertragsabschluss für einen exakt festgelegten Zeitraum festgeschrieben wird. Während dieser sogenannten Zinsbindungsfrist darf das Kreditinstitut den Zinssatz nicht verändern, völlig unabhängig davon, wie sich das allgemeine Zinsniveau am Kapitalmarkt (wie etwa der Leitzins der EZB oder der EURIBOR) in der Zwischenzeit entwickelt.

Wie funktioniert ein Festzinsdarlehen?
Bei einem Kredit mit Festzins vereinbaren Darlehensnehmer und Bank eine Zinsbindung, die bei Immobilienfinanzierungen meist zwischen 5 und 30 Jahren liegt. Innerhalb dieser Zeitspanne bleibt die monatliche Annuität (die Rate, bestehend aus Zins- und Tilgungsanteil) absolut konstant. Da ein Baudarlehen nach Ablauf dieser Frist oft noch nicht vollständig abbezahlt ist, bleibt in der Regel eine Restschuld übrig. Für diese offene Summe muss dann eine Anschlussfinanzierung zu den aktuell gültigen Marktzinsen abgeschlossen werden.

Vorteile des Festzinses


  • Planungssicherheit: Die finanzielle monatliche Belastung ist für die kommenden Jahre exakt kalkulierbar.
  • Schutz vor Zinserhöhungen: Steigen die Marktzinsen in der Wirtschaft an, bleibt die eigene Baufinanzierung davon komplett unberührt.
  • Kostentransparenz: Es gibt keine unvorhersehbaren Schwankungen bei der Ratenzahlung, was das private Haushaltsbudget massiv schont.

Nachteile und Risiken
  • Keine Ersparnis bei sinkenden Zinsen: Fällt das allgemeine Zinsniveau während der Laufzeit, zahlt der Kreditnehmer weiterhin den ursprünglich vereinbarten, höheren Festzins.
  • Zinsaufschläge für lange Laufzeiten: Je länger die gewählte Zinsbindung ausfällt, desto höher ist in der Regel der von der Bank verlangte Basiszinssatz, da das Institut sein eigenes Risiko für die Zukunft absichern muss.
  • Eingeschränkte Flexibilität: Eine vorzeitige Kündigung oder Ablösung des Kredits vor Ablauf der vereinbarten Frist ist meist nur gegen Zahlung einer teuren Vorfälligkeitsentschädigung möglich (Ausnahme: Gesetzliches Sonderkündigungsrecht nach genau 10 Jahren Vollauszahlung gemäß § 489 BGB).

Wichtig für Kunden:
Die Wahl der optimalen Zinsbindungsfrist ist bei einem Festzins entscheidend für Ihre gesamte Finanzierung. In Niedrigzinsphasen lohnt es sich meist, den Zinssatz für 15 oder 20 Jahre festzuschreiben, um das Risiko einer teuren Anschlussfinanzierung zu minimieren. Vergleichen Sie die Angebote genau und lassen Sie sich beraten, wie sich verschiedene Laufzeiten auf Ihre Rate und die spätere Restschuld auswirken.