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Glossar für Kredit und Baufinanzierung

Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.

Forderungsverkauf erklärt

Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar

✤Beim Forderungsverkauf überträgt ein Gläubiger seine bestehenden Forderungen gegenüber einem Schuldner an einen Dritten, meist ein Finanzinstitut.
✤Der Verkäufer erhält dadurch sofortige Liquidität und verbessert seinen Cashflow, ohne auf den Zahlungseingang am Ende der Laufzeit warten zu müssen.
✤Dieses Instrument wird in der Finanzwelt häufig genutzt, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu minimieren und die Bilanzstruktur zu optimieren.

Definition:
Der Forderungsverkauf ist eine Finanzierungstechnik, bei der offene Zahlungsansprüche gegen einen sofortigen Barwert an einen Spezialdienstleister verkauft werden. Damit wird eine Buchforderung unmittelbar in liquides Kapital umgewandelt.

Wie funktioniert der Forderungsverkauf in der Praxis?
Der Prozess der Forderungsabtretung folgt einem klaren Ablauf, der darauf abzielt, gebundenes Kapital so schnell wie möglich freizusetzen. Sobald eine Rechnung erstellt oder ein Zahlungsanspruch vertraglich fixiert wurde, kann dieser an einen Factor (den Käufer) übertragen werden. Dabei gibt es wesentliche Unterscheidungsmerkmale:


  • Echtes Factoring: Hier übernimmt der Käufer das komplette Risiko des Zahlungsausfalls. Sollte der Schuldner nicht zahlen, bleibt das bereits ausgezahlte Geld dennoch beim Verkäufer.
  • Unechtes Factoring: Das Ausfallrisiko verbleibt beim Verkäufer. Wenn der Schuldner zahlungsunfähig wird, muss der Verkäufer die erhaltene Summe an das Finanzinstitut zurückzahlen.
  • Stilles Verfahren: Der Schuldner erfährt nichts vom Verkauf der Forderung und zahlt weiterhin an den ursprünglichen Gläubiger, der das Geld dann weiterleitet.
  • Offenes Verfahren: Der Schuldner wird offiziell über den Verkauf informiert und überweist den Betrag direkt an das neue Finanzinstitut.

Vorteile für die Liquidität und Bilanz
Ein entscheidender Vorteil ist die sofortige Verfügbarkeit von Mitteln für neue Investitionen oder zur Tilgung bestehender Kredite. Durch den Verkauf werden Forderungen aus der Bilanz entfernt, was die Eigenkapitalquote rechnerisch erhöht. Dies führt oft zu einem besseren Banken-Rating und kann die Konditionen für künftige Immobilienfinanzierungen oder größere Darlehen spürbar verbessern. Zudem entfällt beim echten Forderungsverkauf das zeitaufwendige Mahnwesen, da das Risiko und die Verwaltung auf den Käufer übergehen.

Kosten und Gebühren der Forderungsabtretung
Finanzinstitute lassen sich diesen Service und die Risikoübernahme durch Gebühren bezahlen. Diese setzen sich meist aus einer Factoring-Gebühr für die Verwaltung und einem Zinsabschlag (Diskonto) zusammen. Der Diskonto wird für die Zeitspanne zwischen der sofortigen Auszahlung und dem tatsächlichen Zahlungseingang berechnet. Die Höhe der Kosten orientiert sich dabei stark an der Bonität der Schuldner und dem jährlichen Volumen der verkauften Forderungen.

Wichtig für Kunden:
Der Forderungsverkauf sichert Ihre Zahlungsfähigkeit und schützt Sie vor finanziellen Engpässen durch säumige Zahler. Prüfen Sie jedoch vorab genau, ob die Gebühren in einem gesunden Verhältnis zum gewonnenen Liquiditätsvorteil stehen.