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Wissenshub

Glossar für Kredit und Baufinanzierung

Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.

Forward-Darlehen erklärt

Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar

✤Ein Forward-Darlehen ist eine spezielle Form der Anschlussfinanzierung, bei der sich Kreditnehmer bereits Jahre im Voraus die aktuellen Marktzinsen sichern können.
✤Die Auszahlung des Darlehens erfolgt erst nach Ablauf einer Vorlaufzeit (der sogenannten Forward-Periode), sobald die Zinsbindung des laufenden Kredits endet.
✤Dieses Instrument dient primär der Absicherung gegen künftig steigende Zinsen und bietet langfristige Planungssicherheit für Immobilienbesitzer.

Definition:
Das Forward-Darlehen ist ein Annuitätendarlehen, bei dem der Zinssatz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses fixiert wird, die tatsächliche Inanspruchnahme und Auszahlung jedoch erst zu einem späteren, fest definierten Termin erfolgt.

Wie funktioniert die Vorlaufzeit und der Zinsaufschlag?
Das markanteste Merkmal eines Forward-Darlehens ist die Forward-Periode. Diese Zeitspanne zwischen dem Vertragsabschluss und dem tatsächlichen Beginn der neuen Zinsbindung kann bis zu 60 Monate (fünf Jahre) betragen. Die Bank lässt sich diese Sicherheit jedoch bezahlen:


  • Forward-Aufschlag: Pro Monat der Vorlaufzeit berechnet das Kreditinstitut einen kleinen Zinsaufschlag auf den aktuellen Marktzins.
  • Keine Bereitstellungszinsen: Während der gesamten Vorlaufzeit fallen für den Kreditnehmer keine Bereitstellungszinsen an, was dieses Modell von einer normalen Vorab-Finanzierung unterscheidet.
  • Abnahmepflicht: Der Vertrag ist bindend. Selbst wenn die Zinsen am Markt bis zum Auszahlungszeitpunkt sinken, muss das Forward-Darlehen zu den vereinbarten (höheren) Konditionen abgenommen werden.

Vorteile und strategische Nutzung
Ein Forward-Darlehen ist besonders in Niedrigzinsphasen attraktiv, wenn absehbar ist, dass die Zinsen bis zum Ende der aktuellen Zinsbindung steigen könnten. Es fungiert als eine Art Versicherungspolice gegen das Zinsänderungsrisiko. Immobilienbesitzer gewinnen dadurch die Gewissheit, dass ihre monatliche Rate auch in Zukunft stabil bleibt, und vermeiden das Risiko einer teuren Anschlussfinanzierung im ungünstigsten Moment. Zudem entfällt der Stress der kurzfristigen Suche nach einem neuen Partner, da die Nachfolgefinanzierung bereits lange im Voraus rechtssicher geregelt ist.

Wann ist der Abschluss eines Forward-Darlehens sinnvoll?
Die Entscheidung hängt maßgeblich von der Zinsprognose ab. Erwarten Experten einen deutlichen Anstieg der Bauzinsen, lohnt sich der Abschluss trotz der Zinsaufschläge. Je länger die Vorlaufzeit gewählt wird, desto höher ist zwar der Aufschlag, aber desto größer ist auch das Schutzpotenzial. Besonders bei hohen Restschulden kann schon ein leichter Zinsanstieg die monatliche Belastung massiv erhöhen, weshalb hier die frühzeitige Fixierung der Konditionen oft die wirtschaftlich vernünftigere Entscheidung darstellt.

Wichtig für Kunden:
Prüfen Sie etwa drei bis fünf Jahre vor Ablauf Ihrer aktuellen Zinsbindung, ob ein Forward-Darlehen für Sie profitabel ist. Vergleichen Sie dabei genau, ob die Sicherheit der festen Zinsen die anfallenden Aufschläge rechtfertigt, um Ihre Finanzierung langfristig auf ein stabiles Fundament zu stellen.