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Glossar für Kredit und Baufinanzierung

Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.

Kapitalbildende Lebensversicherung (KLV) erklärt

Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar

✤kapitalbildende Lebensversicherung (KLV) kombiniert den finanziellen Hinterbliebenenschutz im Todesfall mit einem langfristigen Sparvorgang zur Altersvorsorge.
✤Sie galt lange Zeit als der absolute Klassiker der privaten Vorsorge und wurde in der Vergangenheit sehr häufig zur Tilgung endfälliger Baudarlehen eingesetzt.
✤Aufgrund der anhaltend niedrigen Garantieverzinsung und hoher Abschlusskosten hat diese Versicherungsform heute in der modernen Baufinanzierung jedoch stark an Bedeutung verloren.

Definition:
Die kapitalbildende Lebensversicherung ist ein Vertrag, bei dem neben der reinen Risikoabsicherung für den Todesfall gleichzeitig Kapital angespart wird. Dieses angesparte Guthaben wird am Ende der vertraglichen Laufzeit als Einmalbetrag oder als Rente an den Versicherungsnehmer ausgezahlt.

Wie funktioniert das Prinzip dieser Versicherung?
Bei dieser Form der Police wird der monatliche oder jährliche Beitrag des Versicherten in verschiedene Töpfe aufgeteilt. Ein Teil fließt in den Risikoschutz (Todesfallschutz), ein weiterer Teil deckt die Verwaltungs- und Abschlusskosten der Versicherungsgesellschaft. Nur der verbleibende Restbetrag – der sogenannte Sparanteil – wird tatsächlich verzinslich am Kapitalmarkt angelegt, um das spätere Vermögen aufzubauen. Am Ende der Laufzeit erhält der Kunde die garantierte Versicherungssumme zuzüglich einer nicht garantierten, variablen Überschussbeteiligung.

Die historische Rolle in der Immobilienfinanzierung
In den 1980er und 1990er Jahren war die KLV ein äußerst beliebtes Instrument zur Finanzierung von Immobilien. Sie wurde gezielt in Kombination mit einem sogenannten Tilgungsaussetzungsdarlehen (auch endfälliges Darlehen genannt) genutzt. Das Modell funktionierte nach einem klaren Schema:


  • Ausschließliche Zinszahlungen: Der Kreditnehmer zahlte über die gesamte Laufzeit nur die anfallenden Zinsen für das Bankdarlehen, ohne die Kreditsumme aktiv zu tilgen.
  • Gleichzeitige Ansparphase: Parallel dazu wurden monatliche Beiträge in die Lebensversicherung eingezahlt.
  • Abtretung als Sicherheit: Die Ansprüche aus der Versicherungspolice wurden als direkte Kreditsicherheit an die finanzierende Bank abgetreten.
  • Endfällige Tilgung: Am Ende der Vertragslaufzeit sollte die ausgezahlte Lebensversicherungssumme ausreichen, um das Baudarlehen auf einen Schlag komplett abzulösen.

Warum das Modell heute enorme Risiken birgt
Dieses Finanzierungskonzept wird heute von Experten fast nicht mehr empfohlen. Durch das historisch gesunkene Zinsniveau der letzten Jahrzehnte fielen die tatsächlichen Renditen und Überschussbeteiligungen der Lebensversicherungen oft drastisch geringer aus als ursprünglich prognostiziert. Das Resultat war in vielen Fällen eine erhebliche Deckungslücke am Ende der Laufzeit: Die Auszahlung reichte schlichtweg nicht aus, um das Darlehen vollständig zu tilgen, was viele Bauherren zu teuren Nachfinanzierungen zwang.

Wichtig für Kunden:
Trennen Sie den Risikoschutz strikt von der Vermögensbildung. Für eine solide und sichere Baufinanzierung ist der Abschluss einer reinen Risikolebensversicherung (zur reinen Todesfallabsicherung) in Kombination mit einem klassischen Annuitätendarlehen deutlich transparenter, flexibler und langfristig meist erheblich kostengünstiger.