Wissenshub
Glossar für Kredit und Baufinanzierung
Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.
Leibrente erklärt
Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar
✤Die Leibrente (auch Immobilienrente genannt) ermöglicht es älteren Eigentümern, ihr Haus zu
verkaufen, aber durch ein lebenslanges Wohnrecht weiterhin darin wohnen zu bleiben.
✤Anstelle eines einmaligen Kaufpreises erhält der Verkäufer eine lebenslange, monatliche
Rentenzahlung vom Käufer.
✤Dieses Modell eignet sich besonders für Senioren, die „steinreich, aber bargeldarm“ sind
und ihre Altersbezüge aufbessern möchten, ohne ihre gewohnte Umgebung verlassen zu müssen.
Definition:
Die Leibrente ist ein notariell beurkundeter Immobilienverkauf, bei dem der Kaufpreis in
Form von regelmäßigen, lebenslangen Zahlungen beglichen wird. Parallel dazu wird für den
Verkäufer ein unkündbares, lebenslanges Wohnrecht oder Nießbrauchrecht rechtssicher im
Grundbuch verankert.
Zentrale Merkmale und Voraussetzungen der Leibrente:
- Mindestalter: In der Regel wird dieses Modell erst ab einem Alter von 65 bis 70 Jahren wirtschaftlich sinnvoll, da sich die Rentenhöhe maßgeblich nach der statistischen Restlebenserwartung richtet.
- Instandhaltung: Je nach vertraglicher Ausgestaltung übernimmt der neue Eigentümer die Kosten für große Sanierungen (z. B. ein neues Dach), während der Bewohner die laufenden Nebenkosten trägt.
- Maximale Sicherheit: Das Wohnrecht sowie die monatliche Rentenzahlung (als sogenannte Reallast) müssen zwingend an erster Stelle im Grundbuch eingetragen werden, um den Verkäufer bei einer potenziellen Insolvenz des Käufers vollständig zu schützen.
- Rentengarantiezeit: Stirbt der Verkäufer kurz nach Vertragsabschluss, verfällt der restliche Immobilienwert meist an den Käufer. Um dies zu verhindern, kann eine Mindestlaufzeit vereinbart werden, sodass im Todesfall die Erben die Rente für einen definierten Zeitraum weiterbeziehen.
Wie berechnet sich die monatliche Auszahlung?
Die Kalkulation der Rente ist komplex und erfordert meist ein professionelles Gutachten. Als Basis dient der aktuelle Verkehrswert der Immobilie. Von diesem Marktwert wird der Wert des Wohnrechts (die fiktive gesparte Miete für die Dauer der statistischen Lebenserwartung) abgezogen. Der verbleibende Betrag wird abzüglich eines Risiko- und Verwaltungskostenabschlags auf die voraussichtlichen Lebensmonate des Verkäufers umgelegt. Oft können Verkäufer auch eine Kombination aus Einmalzahlung und einer reduzierten monatlichen Rente wählen, um beispielsweise noch bestehende Restschulden einer alten Baufinanzierung abzulösen.
Steuerliche Behandlung der Immobilienrente
Ein steuerlicher Vorteil dieses Modells ist, dass nicht die komplette monatliche Zahlung vom Finanzamt als Einkommen besteuert wird. Steuerpflichtig ist lediglich der sogenannte Ertragsanteil. Dessen Höhe hängt vom Alter des Verkäufers bei Vertragsbeginn ab: Je älter der Verkäufer beim Abschluss des Leibrentenvertrags ist, desto geringer ist der prozentuale Anteil, der versteuert werden muss.
Wichtig für Kunden:
Holen Sie vor der Unterschrift zwingend mehrere Angebote ein und lassen Sie den Vertrag von einem unabhängigen Experten prüfen. Vergleichen Sie die Leibrente auch mit Alternativen wie dem Immobilien-Teilverkauf oder einem Umkehrdarlehen (Reverse Mortgage), um die finanziell lukrativste Lösung für Ihren Lebensabend zu finden.