Haben Sie Fragen Wir sind persönlich für Sie da! +49 2331 59 80 84 - 1 info@em-kredit.de

Wissenshub

Glossar für Kredit und Baufinanzierung

Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.

Nachfinanzierung erklärt

Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar

✤Eine Nachfinanzierung wird notwendig, wenn das ursprünglich kalkulierte Darlehen nicht ausreicht, um die Gesamtkosten eines Immobilienprojekts zu decken.
✤Da die Bank für dieses zusätzliche Darlehen oft einen schlechteren Rang im Grundbuch akzeptieren muss, sind die Zinskonditionen meist deutlich teurer als beim Erstdarlehen.
✤Für Kreditnehmer stellt sie eine finanzielle Belastung dar, die durch eine sorgfältige und realistische Baukostenplanung im Vorfeld vermieden werden sollte.

Definition:
Unter einer Nachfinanzierung versteht man die Aufnahme eines weiteren Kredits, um eine bereits bestehende Immobilienfinanzierung zu ergänzen. Sie dient dazu, eine unvorhergesehene Deckungslücke beim Bau oder Kauf einer Immobilie zu schließen.

Warum entsteht ein Bedarf für eine Nachfinanzierung?
Trotz detaillierter Planung kann es während der Bauphase zu finanziellen Engpässen kommen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und oft auf unvorhersehbare äußere Umstände oder Planungsfehler zurückzuführen:


  • Steigende Materialpreise: Plötzliche Preissteigerungen bei Rohstoffen wie Stahl, Holz oder Dämmmaterial treiben die Baukosten in die Höhe.
  • Zusatzwünsche: Der Bauherr entscheidet sich während der Realisierung für eine hochwertigere Ausstattung (z. B. Smart-Home-Systeme oder edlere Bodenbeläge).
  • Unvorhergesehene Erdarbeiten: Probleme mit der Bodenbeschaffenheit, die erst nach dem ersten Spatenstich entdeckt werden, verursachen hohe Mehrkosten.
  • Fehlkalkulation der Baunebenkosten: Gebühren für Erschließung, Vermessung oder Gutachten wurden im ursprünglichen Finanzierungsplan zu niedrig angesetzt.

Die Herausforderungen bei der Kreditvergabe
Für Banken ist eine Nachfinanzierung oft mit einem höheren Risiko verbunden. Da die erste Bank bereits an vorrangiger Stelle im Grundbuch steht, muss das zusätzliche Geld meist im Nachrang abgesichert werden. Zudem überschreitet die Gesamtsumme der Kredite häufig die ursprüngliche Beleihungsgrenze der Immobilie. Dies führt dazu, dass Kreditinstitute für Nachfinanzierungen – selbst bei kleinen Summen – oft erhebliche Zinsaufschläge verlangen. In manchen Fällen kann es sogar vorkommen, dass die Hausbank eine weitere Finanzierung ablehnt, was den Kreditnehmer zwingt, auf teure Privatkredite oder Nachrangdarlehen auszuweichen.

Vermeidung und Risikomanagement
Die beste Nachfinanzierung ist die, die gar nicht erst benötigt wird. Experten raten dazu, bei der ersten Baufinanzierung einen Puffer von mindestens 10 bis 15 Prozent der reinen Baukosten einzuplanen. Auch wenn dies die monatliche Rate leicht erhöht, ist es wirtschaftlich sinnvoller, als später zu ungünstigen Konditionen nachbessern zu müssen. Sollte ein zusätzlicher Kredit dennoch unumgänglich sein, empfiehlt es sich, frühzeitig das Gespräch mit dem Finanzierungsberater zu suchen, um die Gesamtkostenstruktur neu zu ordnen und eine drohende Überschuldung zu vermeiden.

Wichtig für Kunden:
Planen Sie Ihr Budget niemals „auf Kante“. Ein solider Finanzierungsplan enthält immer einen ausreichenden Puffer für Unvorhersehbares, da Nachfinanzierungen aufgrund der Zinsaufschläge und Bearbeitungsgebühren die teuerste Form der Immobilienfinanzierung sind.