Wissenshub
Glossar für Kredit und Baufinanzierung
Willkommen im EM-Kredit Glossar. Hier werden Finanz- & Kreditbegriffe einfach erklärt: Von Ablösebescheinigung bis Zinsbindung findest du zentrale Begriffe aus Kredit, Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung in einer sauberen, indexierbaren Struktur.
Nominalzins erklärt
Ein Begriff aus dem EM-Kredit Glossar
✤Der Nominalzins (auch Sollzins genannt) ist der reine Prozentsatz, den ein Kreditnehmer für
die Überlassung des Darlehenskapitals an die Bank zahlt.
✤Er bildet die Basis für die Berechnung der monatlichen Zinslast, berücksichtigt jedoch
keine Nebenkosten wie Vermittlungsgebühren oder Kontoführungsentgelte.
✤In einem Darlehensvertrag wird der Nominalzins meist für eine bestimmte Zinsbindungsfrist
festgeschrieben, um Planungssicherheit für die Baufinanzierung zu bieten.
Definition:
Der Nominalzins ist das direkte Entgelt für die Inanspruchnahme eines Kredits. Er gibt an,
wie viel Prozent des verbleibenden Restdarlehens pro Jahr an Zinsen anfallen, ohne dabei
zusätzliche Kostenfaktoren einzubeziehen.
Die Bedeutung des Nominalzinses in der
Baufinanzierung
Für angehende Immobilienbesitzer ist der Nominalzins die wichtigste Kennzahl bei der
Ermittlung der monatlichen Rate. In der aktuellen Marktsituation des Jahres 2026 orientieren
sich die Banken bei der Festlegung dieses Satzes maßgeblich an den Leitzinsen sowie der
individuellen Bonität des Kunden. Der Nominalzins wird in der Regel auf das Jahr bezogen
(p.a. – per annum) angegeben. Da die Zinsen bei einem Annuitätendarlehen monatlich auf die
jeweils verbleibende Restschuld berechnet werden, sinkt der absolute Zinsanteil im Laufe der
Zeit, während der Tilgungsanteil innerhalb der gleichbleibenden Rate steigt.
Warum der Nominalzins allein nicht
ausreicht
Ein häufiger Fehler bei Kreditvergleichen ist die alleinige Konzentration auf den
Nominalzins. Da dieser lediglich die „Nettomiete“ für das Geld darstellt, fehlen wichtige
Informationen über die tatsächliche Gesamtbelastung. Erst der Effektivzins macht
verschiedene Angebote vergleichbar, da er den Nominalzins um weitere Kostenfaktoren ergänzt.
Dennoch bleibt der Nominalzins der entscheidende Wert für die interne Verrechnung der Bank
und die tägliche Zinskalkulation des Darlehenskontos.
Faktoren, die die Höhe des Nominalzinses
beeinflussen:
- Zinsbindungsfrist: Je länger die Sicherheit eines festen Zinssatzes garantiert wird (z. B. 15 oder 20 Jahre), desto höher ist in der Regel der Risikoaufschlag der Bank.
- Beleihungsauslauf: Ein hohes Maß an Eigenkapital reduziert das Risiko für das Kreditinstitut und führt somit zu einem deutlich niedrigeren Nominalzins.
- Bonität des Darlehensnehmers: Ein stabiles Einkommen und ein positives SCHUFA-Rating sind Grundvoraussetzungen für den Erhalt der besten Marktkonditionen.
- Tilgungssatz: Manche Banken bieten Zinsvorteile an, wenn sich der Kunde für eine höhere anfängliche Tilgung entscheidet.
Wichtig für Kunden:
Nutzen Sie den Nominalzins zur Kalkulation Ihrer monatlichen Rate, aber verwenden Sie immer den Effektivzins für den objektiven Vergleich verschiedener Bankangebote. Achten Sie zudem darauf, ob im Vertrag ein fester oder ein variabler Nominalzins vereinbart wird, da Letzterer direkt auf Marktschwankungen reagiert.