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Baufinanzierung

Eigenkapital aufbauen für die Immobilienfinanzierung: Die besten Möglichkeiten im Vergleich

Tagesgeld, Festgeld, ETF, Bausparvertrag oder VL? So bauen Sie Eigenkapital für die Immobilienfinanzierung auf – die wichtigsten Sparformen im Vergleich.

von Marco Köper 6 Min. Lesezeit

Wer eine Immobilie kaufen oder bauen möchte, sollte möglichst früh mit dem Aufbau von Eigenkapital beginnen. Eigenkapital verbessert die Finanzierungskonditionen, reduziert die benötigte Darlehenssumme und erhöht die Chancen auf eine Finanzierungszusage.

Für den Eigenkapitalaufbau stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Tagesgeld für kurzfristige Ziele
  • Festgeld für planbare Sparzeiträume
  • ETF-Sparpläne für langfristigen Vermögensaufbau
  • Bausparverträge zur Zinssicherung
  • Private Rentenversicherungen mit Kapitalaufbau
  • Vermögenswirksame Leistungen (VL)
  • Kombinationen aus mehreren Sparformen

Welche Lösung die richtige ist, hängt insbesondere vom geplanten Kaufzeitpunkt, der Risikobereitschaft und den persönlichen Zielen ab.

Warum ist Eigenkapital so wichtig?

Eigenkapital ist einer der wichtigsten Faktoren bei einer Immobilienfinanzierung. Je mehr Eigenmittel eingebracht werden können, desto geringer fällt die benötigte Darlehenssumme aus. Gleichzeitig bewerten Banken Finanzierungen mit höherem Eigenkapitalanteil häufig als risikoärmer, was sich positiv auf die Finanzierungskonditionen auswirken kann.

Darüber hinaus können Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten häufig vollständig aus Eigenmitteln bezahlt werden. Das reduziert die Gesamtbelastung der Finanzierung und schafft zusätzliche Sicherheit.

Tagesgeld – flexibel und sicher sparen

Das Tagesgeldkonto gehört zu den klassischen Möglichkeiten für den kurzfristigen Eigenkapitalaufbau. Das Geld bleibt jederzeit verfügbar und unterliegt keinen Kursschwankungen.

Besonders für Menschen, die innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre eine Immobilie erwerben möchten, kann Tagesgeld eine sinnvolle Lösung sein. Der größte Vorteil liegt in der hohen Flexibilität. Allerdings können sich die Zinssätze jederzeit ändern, sodass die Rendite nicht langfristig planbar ist.

Festgeld – Planungssicherheit durch feste Zinsen

Wer sein Geld über einen festgelegten Zeitraum nicht benötigt, kann Festgeld als Alternative nutzen. Hier wird das Kapital für eine bestimmte Laufzeit angelegt und mit einem garantierten Zinssatz verzinst.

Der Vorteil liegt in der hohen Planungssicherheit. Nachteilig ist jedoch, dass während der Laufzeit meist kein Zugriff auf das Kapital möglich ist. Für Sparziele mit einem klar definierten Zeithorizont kann Festgeld dennoch eine interessante Ergänzung sein.

ETF-Sparpläne – Chancen und Risiken beachten

ETF-Sparpläne haben sich in den vergangenen Jahren als beliebte Möglichkeit zum langfristigen Vermögensaufbau etabliert. Durch die breite Streuung über zahlreiche Unternehmen und Märkte bieten sie attraktive Renditechancen.

Historisch konnten breit gestreute Aktienanlagen langfristig höhere Renditen erzielen als klassische Sparprodukte. Vergangene Wertentwicklungen sind allerdings kein verlässlicher Indikator für künftige Renditen. Anleger sollten die Risiken nicht unterschätzen – insbesondere dann, wenn das angesparte Kapital später als Eigenkapital für eine Immobilienfinanzierung benötigt wird.

Aktienmärkte unterliegen Schwankungen. Kommt es kurz vor dem geplanten Immobilienkauf zu einer Wirtschafts- oder Finanzkrise, können Depotwerte erheblich sinken. In solchen Situationen stehen Anleger häufig vor einer schwierigen Entscheidung: Den Immobilienkauf verschieben oder die Wertpapiere mit Verlust verkaufen.

Wer sein Depot in einer ungünstigen Marktphase auflösen muss, realisiert die entstandenen Verluste und verfügt möglicherweise über deutlich weniger Eigenkapital als ursprünglich geplant. Vor diesem Hintergrund eignen sich ETF-Sparpläne in der Regel eher für längere Anlagezeiträume; je näher der Immobilienkauf rückt, desto häufiger wird eine schrittweise Umschichtung in schwankungsärmere Anlagen erwogen. Welche Strategie zu Ihrem Anlagehorizont passt, klärt am besten eine unabhängige Anlageberatung.

Bausparvertrag – Eigenkapitalaufbau und Zinssicherung in einem

Der Bausparvertrag nimmt unter den Möglichkeiten des Eigenkapitalaufbaus eine besondere Stellung ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Sparformen wird nicht nur Vermögen aufgebaut, sondern gleichzeitig ein zukünftiger Darlehenszins gesichert.

Während der Ansparphase wird Eigenkapital aufgebaut. Nach Erreichen der Zuteilung kann ein bereits heute festgelegtes Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden. Dadurch wissen Sparer schon Jahre im Voraus, zu welchen Konditionen sie später finanzieren können.

Gerade bei langen Vorlaufzeiten ist dieser Vorteil nicht zu unterschätzen. Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie sich die Bauzinsen in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren entwickeln werden. Ein Bausparvertrag schafft hier Planungssicherheit und schützt vor dem Risiko deutlich steigender Zinsen.

Dadurch entsteht ein doppelter Nutzen: Zum einen wird Eigenkapital aufgebaut, zum anderen wird die Grundlage für eine kalkulierbare spätere Finanzierung geschaffen. Insbesondere für junge Familien, angehende Immobilienkäufer oder Eigentümer mit zukünftigen Modernisierungsplänen kann dies ein wichtiger Baustein der Finanzstrategie sein.

Zusätzlich können staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage die Attraktivität weiter erhöhen.

Private Rentenversicherung – Vermögensaufbau mit zusätzlichen Sicherheiten

Moderne private Rentenversicherungen bieten heute häufig die Möglichkeit, in Investmentfonds oder ETFs zu investieren und so langfristig Vermögen aufzubauen.

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber einem reinen Wertpapierdepot besteht darin, dass viele Tarife zusätzliche Sicherungsmechanismen oder Garantien enthalten. Dadurch können die Chancen des Kapitalmarktes mit einem gewissen Maß an Sicherheit kombiniert werden.

Für Immobilienkäufer kann eine private Rentenversicherung besonders interessant sein, wenn sie kapitalisierbar ist. In diesem Fall kann der Rückkaufswert unter Umständen als Eigenkapital in eine Immobilienfinanzierung eingebracht werden.

Allerdings gilt: Nicht jede private Rentenversicherung eignet sich gleichermaßen für diesen Zweck. Die Unterschiede hinsichtlich Kosten, Garantien, Flexibilität und Kapitalverfügbarkeit sind erheblich. Deshalb ist die Auswahl des passenden Produktes von entscheidender Bedeutung.

Vermögenswirksame Leistungen nutzen

Viele Arbeitnehmer erhalten vermögenswirksame Leistungen von ihrem Arbeitgeber. Diese können beispielsweise in einen Bausparvertrag oder einen Fonds-Sparplan eingezahlt werden.

Da hier zusätzliches Geld vom Arbeitgeber genutzt wird, sollten vermögenswirksame Leistungen nach Möglichkeit ausgeschöpft werden. Je nach Einkommen können darüber hinaus staatliche Förderungen hinzukommen.

Welche Vermögenswerte erkennen Banken als Eigenkapital an?

Banken berücksichtigen bei der Immobilienfinanzierung verschiedene Vermögenswerte als Eigenkapital. Dazu gehören unter anderem:

  • Guthaben auf Tagesgeld- und Festgeldkonten
  • Wertpapierdepots
  • Bausparguthaben
  • Rückkaufswerte von privaten Renten- und Lebensversicherungen
  • Schenkungen von Familienangehörigen

Nicht berücksichtigt werden in der Regel zukünftige Erbschaften oder nicht realisierte Wertsteigerungen anderer Vermögenswerte. Wie viel Eigenkapital sinnvoll ist und was alles dazuzählt, vertieft der Beitrag Eigenkapital bei der Baufinanzierung.

Fazit: Die richtige Strategie für den Eigenkapitalaufbau

Der Aufbau von Eigenkapital ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg in die eigenen vier Wände. Welche Strategie die richtige ist, hängt von den persönlichen Zielen, dem geplanten Kaufzeitpunkt und der individuellen Risikobereitschaft ab.

Tagesgeld und Festgeld bieten Sicherheit und Verfügbarkeit. ETF-Sparpläne können langfristig attraktive Renditechancen eröffnen, bringen jedoch auch Schwankungsrisiken mit sich. Wer sein Eigenkapital zu einem bestimmten Zeitpunkt für eine Immobilienfinanzierung benötigt, sollte diese Risiken bei seiner Planung berücksichtigen.

Besonders interessant ist der Bausparvertrag, da er zwei wichtige Ziele miteinander verbindet: den Aufbau von Eigenkapital und die Sicherung eines zukünftigen Darlehenszinses. Dadurch entsteht Planungssicherheit für die spätere Finanzierung. Selbst wenn die Bauzinsen in Zukunft deutlich steigen sollten, bleibt der gesicherte Darlehenszins erhalten.

Diese Zinssicherheit kann ein entscheidender Vorteil sein, wenn zwischen dem Beginn des Vermögensaufbaus und dem geplanten Immobilienerwerb mehrere Jahre liegen. Sie schafft Verlässlichkeit und erleichtert die langfristige Finanzplanung.

Auch eine private Rentenversicherung kann – je nach Tarif – zum Eigenkapitalaufbau beitragen, sofern sie kapitalisierbar ist und der Rückkaufswert von der finanzierenden Bank anerkannt wird. Ob und welcher Tarif zu Ihrer Situation passt, lässt sich nur in einer persönlichen, dokumentierten Beratung klären.

Eine pauschale Lösung gibt es nicht. Häufig ist die Kombination mehrerer Bausteine der beste Weg, um Rendite, Sicherheit, Flexibilität und Zinssicherheit sinnvoll miteinander zu verbinden.

Bei der Finanzierung Ihrer Immobilie unterstützen wir Sie gerne. Sprechen Sie Ihren Kreditexperten von EM-Kredit an oder starten Sie direkt Ihre Baufinanzierung – gemeinsam finden wir die passende Finanzierung für Ihr Vorhaben.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Versicherungsberatung. EM-Kredit vermittelt Darlehen (§ 34c GewO) und Immobiliardarlehen (§ 34i GewO); für die Auswahl von Kapitalanlagen wie ETFs oder Wertpapieren wenden Sie sich bitte an eine unabhängige Anlageberatung bzw. einen Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO).

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