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Anschlussfinanzierung

Forward-Darlehen: Zinssicherung nutzen

Mit einem Forward-Darlehen sichern Sie sich heute die Zinsen für eine spätere Anschlussfinanzierung. Wann sich der Forward-Aufschlag lohnt.

von Marco Köper 2 Min. Lesezeit

Sie haben eine laufende Baufinanzierung und Ihre Zinsbindung läuft in den nächsten drei bis fünf Jahren aus? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit dem Forward-Darlehen zu beschäftigen. Es ermöglicht Ihnen, die heutigen Zinsen für die Zukunft zu reservieren — gegen einen kleinen Aufschlag pro Monat Vorlaufzeit.

Wie ein Forward-Darlehen funktioniert

Ein Forward-Darlehen ist ein Anschlussdarlehen, das Sie heute zu den aktuellen Marktkonditionen abschließen, aber erst in bis zu 66 Monaten in Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit zahlen Sie keine Zinsen — die Bank reserviert für Sie lediglich die Konditionen.

Für diesen Service erhebt die Bank einen Forward-Aufschlag. Üblich sind 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat Vorlaufzeit. Bei 36 Monaten Vorlauf wären das also 0,36 bis 1,08 Prozentpunkte Aufschlag auf den heutigen Marktzins.

Wann sich ein Forward-Darlehen lohnt

Die Faustregel: Wenn Sie erwarten, dass die Zinsen bis zum Auslaufen Ihrer aktuellen Zinsbindung deutlich steigen werden, lohnt sich der Aufschlag. In einer Niedrigzinsphase mit Tendenz nach oben ist das oft der Fall.

Konkret rechnet sich ein Forward-Darlehen, wenn der erwartete Zinsanstieg den Forward-Aufschlag übersteigt. Bei einer Restschuld von 200.000 € und einer Laufzeit von zehn Jahren macht jeder Prozentpunkt Zinsersparnis rund 20.000 € Unterschied.

Was Sie vorher prüfen sollten

  • Vorlaufzeit: Maximal 66 Monate sind möglich. Je kürzer, desto kleiner der Aufschlag.
  • Bonität: Banken prüfen Ihre Bonität wie bei einer Erstfinanzierung. Hat sich Ihre Einkommenssituation seit der ursprünglichen Anfrage verschlechtert, kann das den Zins verschlechtern.
  • Beleihungswert: Der Beleihungswert Ihrer Immobilie wird neu bestimmt. Bei gestiegenen Immobilienpreisen ist das oft ein Vorteil.
  • Verpflichtung: Sie sind an das Forward-Darlehen gebunden — auch wenn die Zinsen wider Erwarten fallen. Es gibt also ein Marktrisiko.

Hausbank oder Wechseln?

Die Hausbank bietet das Forward-Darlehen oft proaktiv an — bequem, aber selten die günstigste Option. Ein Wechsel zu einer anderen Bank kostet rund 25 € Notargebühr für die Grundschuldabtretung. Das ist im Vergleich zu möglichen Zinsersparnissen verschwindend.

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