EM Kredit
Vorfälligkeitsrechner

Was kostet es, den Kredit früher abzulösen?

Bei Raten- und Autokrediten ist die Entschädigung gesetzlich gedeckelt — doppelt, und die zweite Grenze übersehen die meisten. Bei Immobiliendarlehen gilt der Deckel nicht; dort ist die wichtigere Frage, ab wann Sie ohne Entschädigung herauskommen.

Kaufpreis der Immobilie 350.000 €
50.000 €1.000.000 €
Eigenkapital 50.000 €
0 €350.000 €
Haushaltsnetto pro Monat 4.500 €
1.000 €15.000 €

Alle Nettoeinkommen des Haushalts zusammen, inklusive Kindergeld und dauerhafter Zulagen.

Monatliche Ausgaben ohne Wohnkosten 2.600 €
0 €8.000 €

Lebenshaltung, Versicherungen, Mobilität, Rücklagen. Die bisherige Kaltmiete gehört NICHT hierher — sie fällt nach dem Kauf weg.

Bestehende Kreditraten 250 €
0 €3.000 €
Eigenkapital 50.000 €
0 €500.000 €

Ersparnisse, die Sie einsetzen wollen. Die Kaufnebenkosten gehen zuerst davon ab.

Bundesland 6,5 %

Bestimmt die Grunderwerbsteuer — sie schwankt zwischen 3,5 % in Bayern und 6,5 % unter anderem in Nordrhein-Westfalen.

Maklerprovision (Käuferanteil) 3,57 %
0,00 %7,14 %

Seit Dezember 2020 darf beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses höchstens die Hälfte der Provision auf den Käufer entfallen (§ 656c und § 656d BGB) — bei den verbreiteten 7,14 % inklusive Umsatzsteuer sind das 3,57 %. Bei einem Verkauf ohne Makler auf 0 stellen.

Kreditbetrag 10.000 €
1.000 €1.000.000 €
Laufzeit 36 Monate
12 Monate360 Monate
Welches Darlehen lösen Sie ab?

Hier ist die Entschädigung gesetzlich gedeckelt und exakt berechenbar.

Restschuld 12.000 €
500 €80.000 €
Restlaufzeit 36 Monate
1 Monat120 Monate
Sollzins des neuen Kredits 3,74 %
0,5 %15,0 %

Nicht der Vertragsschluss: Eine Prolongation oder Zinsanpassung setzt die zehn Jahre neu in Gang.

Sollzins Ihres laufenden Vertrags 7,90 %
0,5 %15,0 %
Sollzinsbindung 10 Jahre
5 Jahre30 Jahre
Anfängliche Tilgung p. a. 2,0 %
1,0 %10,0 %
Jährliche Sondertilgung (optional) 0 €
0 €50.000 €
Ihr Ergebnis
Höchstens fällig (§ 502 Abs. 3 BGB)
120,00 €
1,00 % der Restschuld — die Zinsgrenze liegt darüber
Laufzeit 36 Monate
Grenze 1: 1,00 % der Restschuld § 502 Abs. 3 Nr. 1 BGB 120,00 €
Grenze 2: Zinsen der Restlaufzeit § 502 Abs. 3 Nr. 2 BGB — wird meist übersehen 1.517,28 €
Zinsersparnis durch den neuen Kredit 812,88 €
abzüglich Entschädigung − 120,00 €
Vorteil der Ablösung 692,88 €
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Ein Wort im Gesetz entscheidet über vierstellige Beträge

Für die Vorfälligkeitsentschädigung gibt es zwei völlig verschiedene Rechtslagen, und der Unterschied hängt an einem einzigen Wort. § 502 Absatz 3 BGB beginnt mit „Bei Allgemein-Verbraucherdarlehensverträgen" — und deckelt nur diese. Raten-, Auto- und Privatkredite sind gemeint. Immobiliardarlehen stehen dort bewusst nicht, für sie gibt es keine gesetzliche Obergrenze.

Deshalb macht dieser Rechner zwei verschiedene Dinge, je nachdem, was Sie oben auswählen. Beim Verbraucherkredit nennt er einen Betrag, und zwar den gesetzlichen Höchstbetrag auf den Cent. Beim Immobiliendarlehen nennt er absichtlich keinen — dazu weiter unten.

Der Deckel gilt doppelt — die zweite Grenze wird übersehen

Fast jeder Ratgeber nennt „ein Prozent" und hört dort auf. Das Gesetz nennt aber zwei Grenzen und schreibt, dass sie jeweils nicht überschritten werden dürfen — maßgeblich ist also die niedrigere:

  • § 502 Abs. 3 Nr. 1: 1,0 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags. Nur 0,5 Prozent, wenn zwischen der vorzeitigen und der vereinbarten Rückzahlung höchstens ein Jahr liegt.
  • § 502 Abs. 3 Nr. 2: Die Sollzinsen, die Sie in genau diesem Zeitraum noch gezahlt hätten. Bei niedrigem Zins oder kurzer Restlaufzeit ist das die deutlich schärfere Grenze.

Ein Beispiel für den Unterschied: Bei 12.000 Euro Restschuld und noch sechs Monaten Restlaufzeit erlaubt Nummer 1 bis zu 60 Euro. Läuft der Vertrag mit 1,0 Prozent Sollzins, wären in diesen sechs Monaten aber nur rund 35 Euro Zinsen angefallen — und mehr darf die Bank dann nicht verlangen. Bei einer Null-Prozent-Händlerfinanzierung ist die Entschädigung entsprechend null, weil kein Zinsschaden entsteht.

Warum beim Immobiliendarlehen keine Zahl steht

Weil sie nicht ehrlich zu berechnen ist. Ohne gesetzlichen Deckel folgt die Höhe der Aktiv-Passiv-Methode aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs: Die Bank stellt Ihren Zinsausfall den Renditen gegenüber, die sie mit dem zurückgezahlten Geld am Kapitalmarkt noch erzielen kann. Diese Wiederanlagerenditen für die konkrete Restlaufzeit hat kein Rechner, und geschätzt wären sie hier besonders gefährlich — Sie würden auf ihrer Grundlage über eine fünfstellige Summe entscheiden.

Der Rechner beantwortet deshalb die Frage, die sich ohne Bank beantworten lässt und die meistens die wichtigere ist: ab wann Sie ohne jede Entschädigung herauskommen. Nach § 489 Absatz 1 Nummer 2 BGB dürfen Sie jedes Immobiliendarlehen zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung mit sechs Monaten Frist kündigen — „in jedem Fall", unabhängig davon, welche Zinsbindung im Vertrag steht. Eine 20-jährige Bindung ist damit keine 20-jährige Fessel.

Ein Detail, das viele Jahre kostet: Wird nach der Auszahlung eine neue Vereinbarung über Rückzahlungszeit oder Sollzinssatz getroffen, tritt deren Zeitpunkt an die Stelle der Auszahlung. Eine Prolongation oder Zinsanpassung setzt die zehn Jahre also neu in Gang. Deshalb fragt der Rechner nach der letzten Vereinbarung und nicht nach dem Vertragsschluss.

Drei Fälle, in denen gar nichts fällig wird

  • Kündigung nach zehn Jahren: Beim Immobiliendarlehen nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB — entschädigungsfrei, und die Bank kann es nicht vertraglich ausschließen.
  • Rückzahlung aus einer Pflichtversicherung: Stammt das Geld aus einer Versicherung, zu deren Abschluss der Darlehensvertrag verpflichtet hat, entfällt der Anspruch (§ 502 Abs. 2 Nr. 1 BGB).
  • Unzureichende Vertragsangaben: Fehlen im Vertrag ausreichende Angaben zur Laufzeit, zum Kündigungsrecht oder zur Berechnung der Entschädigung, entfällt sie vollständig (§ 502 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Gerichte haben deswegen schon viele Forderungen gestrichen — den Vertrag daraufhin ansehen zu lassen, bevor man zahlt, ist der lohnendste Schritt überhaupt.

Ausführlich beschreibt das der Ratgeber Vorfälligkeitsentschädigung bei der Umschuldung. Steht die Ablösung konkret an, rechnen Sie mit dem Umschuldungsrechner weiter; geht es um das Ende einer Zinsbindung, ist die Anschlussfinanzierung der richtige Weg.

Diese Seite erklärt die Rechtslage und rechnet die gesetzlichen Grenzen aus; sie ist keine Rechtsberatung. Ob eine konkrete Forderung Ihrer Bank berechtigt und richtig berechnet ist, prüft ein Rechtsanwalt oder eine Verbraucherzentrale.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch darf die Vorfälligkeitsentschädigung bei einem Ratenkredit maximal sein?
Bei Allgemein-Verbraucherdarlehen — also Raten-, Auto- und Privatkredit — gilt ein doppelter gesetzlicher Deckel. § 502 Absatz 3 BGB begrenzt sie auf 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags, auf 0,5 Prozent wenn bis zum vereinbarten Ende höchstens ein Jahr bleibt, UND zusätzlich auf die Sollzinsen, die Sie in diesem Zeitraum noch gezahlt hätten. Das Wort „jeweils" im Gesetz heißt: beide Grenzen gelten, maßgeblich ist die niedrigere. Die zweite wird in Ratgebern regelmäßig übersehen, ist bei niedrigem Zins und kurzer Restlaufzeit aber die schärfere.
Warum nennt der Rechner bei einer Immobilienfinanzierung keinen Betrag?
Weil der gesetzliche Deckel dort nicht gilt. § 502 Absatz 3 BGB beginnt mit „Bei Allgemein-Verbraucherdarlehensverträgen" — Immobiliardarlehen sind ausdrücklich ausgenommen. Ihre Höhe folgt der Aktiv-Passiv-Methode aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und braucht die aktuellen Wiederanlagerenditen der Bank für die Restlaufzeit. Diese Zahl hat kein Rechner, und eine geschätzte wäre schlechter als keine: Sie würden auf ihrer Grundlage über eine fünfstellige Summe entscheiden. Der Rechner beantwortet stattdessen die Frage, die sich ohne Bank beantworten lässt — ab wann Sie ohne jede Entschädigung herauskommen.
Wann entfällt die Entschädigung vollständig?
In drei Fällen. Erstens, wenn Sie ein Immobiliendarlehen nach § 489 Absatz 1 Nummer 2 BGB kündigen: zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung, mit sechs Monaten Frist — unabhängig davon, welche Zinsbindung im Vertrag steht. Zweitens, wenn die Rückzahlung aus einer Versicherung stammt, zu deren Abschluss der Darlehensvertrag verpflichtet hat (§ 502 Absatz 2 Nummer 1 BGB). Drittens, wenn im Vertrag die Angaben zur Laufzeit, zum Kündigungsrecht oder zur Berechnung der Entschädigung unzureichend sind (§ 502 Absatz 2 Nummer 2 BGB) — Gerichte haben deswegen schon viele Forderungen vollständig gestrichen. Lassen Sie den Vertrag daraufhin ansehen, bevor Sie zahlen.
Warum setzt der Rechner beim Stichtag auf die letzte Vereinbarung und nicht auf den Vertragsschluss?
Weil § 489 Absatz 1 Nummer 2 BGB das so vorsieht: Wird nach dem Empfang des Darlehens eine neue Vereinbarung über die Rückzahlungszeit oder den Sollzinssatz getroffen, tritt deren Zeitpunkt an die Stelle des Empfangs. Eine Prolongation oder eine Zinsanpassung setzt die zehn Jahre also neu in Gang. Wer vom ursprünglichen Vertragsschluss rechnet, liegt dann um Jahre daneben — und zwar in die Richtung, die enttäuscht.
Lohnt sich die Umschuldung trotz Entschädigung?
Oft ja, und der Rechner stellt beides gegenüber. Bei einem Ratenkredit ist der Deckel niedrig: Bei 12.000 Euro Restschuld sind höchstens 120 Euro fällig. Wenn der neue Zins deutlich unter dem alten liegt, ist die Zinsersparnis über die Restlaufzeit ein Vielfaches davon. Entscheidend ist die Zahl unter dem Strich, nicht die Entschädigung allein.